In der RegidiNeue wurde zur Lesung in unserer Buchhandlung Büecher-Chorb Genossenschaft mit nachstehendem Text von Christina Avanzini eingeladen.

 RegidiNeue Peter Beutler Krimiabend Klein

Buchideen für gemütliche Winterabende

Aadorf – Bereits zum zehnten Mal stellte die Aadorfer Buchrezensentin Brigitta Gerig-Wildermuth in der bis auf den letzten Platz gefüllten Buchhandlung «Büecher-Chorb» ihre liebsten Neuerscheinungen vor. Mit viel Charme und grossem Fachwissen gab die Aadorferin interessante Details zu den jeweiligen Büchern bekannt. So auch zum Gesellschaftsroman «Das Genie» von Klaus Cäsar Zehrer, welchen sie ihren Zuhörern wärmstens empfahl. Nicht weniger spannend und humorvoll ging es mit dem Buch  «Die Fassadendiebe» von John Freeman Gill weiter. In vielen Büchern erlebe man sich selber wieder, sagte Brigitta Gerig-Wildermuth. Als Buchautorin vom Sachbuch «Ping-Pong», welches Gerig zusammen mit Rosmarie Meier-Dell'Olivio schrieb, sei sie froh, dass ihr Partner kein Buchautor sei. Um schreibende Paare mit schwierigem Eheleben ging es nämlich in den nächsten Buchvorstellungen. So schrieb zum Beispiel Linda Boström Knausgård das poetische Familienbuch «Willkommen in Amerika». Um Liebe und Humor ging es unter der Rubrik herzhafte Frauen. Das schmale Buch «Ein Festtag» von Graham Swift kommentierte Gerig in einzelnen Passagen so prickelnd, dass dieses vermutlich bald ausverkauft sein dürfte. Das sei eines ihrer Lieblingsbücher, schmunzelte sie. Seelenwärmer für dunklere Tage, britischer Humor wie auch die Freundschaft zwischen einer Kuh und einem Zug vervollständigten die inspirierende Bücherlesung. Insgesamt wurden 17 neue Bücher vorgestellt, welche alle im «Büecher-Chorb» erhältlich sind. Den gemütlichen Leseabend nutzte die engagierte Geschäftsführerin Gisela Hassenstein, um ihre neue Mitarbeiterin, Angela Inauen, persönlich vorzustellen. Beim anschliessenden Apéro liess es sich dann im kleinen Kreis wunderbar über das Gehörte fachsimpeln. Ein Besuch in der Buchhandlung «Büecher-Chorb», an der Hauptstrasse 4 in Aadorf lohnt sich nicht nur in der kalten Jahreszeit.

Christina Avanzini

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Generationenwechsel im Büecher-Chorb

Gisela Hassenstein ist seit der Gründung der genossenschaftlichen Buchhandlung Büecher-Chorb als deren Geschäftsführerin tätig. Trotz ihres Pensionsalters bestreitet sie noch ein 50-Prozent-Pensum und arbeitet gleichzeitig ihre Nachfolgerin, Angela Inauen, ein.

Aadorf – Seit der Eröffnung im 2004 führt Gisela Hassenstein die Genossenschaftsbuchhandlung Büecher-Chorb. Mit Liebe und Sachkenntnis wird das gedruckte Buch als wertvolles Kulturgut gepflegt. In heutiger Zeit ist es eine grosse Herausforderung, sich gegen mächtige Buchhandlungen zu behaupten, was die noch immer motivierte Gisela Hassenstein erst recht antreibt, sich für den «Büecher-Chorb» einzusetzen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kinderbuchsortiment. Heranwachsende mit der Literatur vertraut zu machen, ist das beste Mittel, mit pädagogisch wertvollen Inhalten mitmenschliche Werte zu vermitteln. Zusätzlich werden lesende Kinder zu lesenden Erwachsenen, was ein wichtiger Beitrag zum Weiterbestehen der kleineren Buchhandlungen bedeutet. Der «Büecher-Chorb» darf glücklicherweise auf eine treue Stammkundschaft zählen.

Reichhaltiges Bücherwissen – Ideenreichtum – Lesungen

Anschi-im-GespraechDie Kunden können nicht nur auf die fachliche Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen, sondern auch auf das breite Bücherwissen der Genossenschafter. Jeder Leser darf mit gutem Gefühl im «Büecher-Chorb» stöbern, denn das Team nimmt sich Zeit für eine persönliche Beratung – auch mal mit Kaffee. Dadurch entwickelte sich die Buchhandlung zu einem unverzichtbaren Treffpunkt der Buchliebhaber. In der Regel organisiert das Team jährlich drei Lesungen. Je nach Autor, ob bekannt oder weniger bekannt, finden die Anlässe im Laden oder in grösseren Räumlichkeiten statt. Gisela Hassenstein betont, dass einige Autoren mit den Honorarforderungen sogar den kleinen Buchhandlungen entgegen kommen würden; diese nette Geste ermögliche überhaupt erst grössere Anlässe. Der nächste Gast im «Büecher-Chorb» ist Brigitta Gerig-Wildermuth, eine Buchrezensentin. Sie wird ihre liebsten Neuerscheinungen vorstellen, gerade rechtzeitig als Geschenkideen auf die bevorstehende Weihnachtszeit.

Neues Gesicht – Angela Inauen

Die 32-jährige Angela Inauen, gelernte Buchhändlerin, steht strahlend im Laden. Als sie die Stellenausschreibung las, konnte man sie nicht mehr bremsen. Sofort verfasste sie ein Bewerbungsschreiben und erhielt die Zusage. Angela Inauen verbrachte ihre Jugend in Aadorf und ist hier darum bestens verwurzelt. Nach der Ausbildung in Frauenfeld wirkte sie jahrelang in der «Buchhandlung im Volkshaus» in Zürich. Die aufgestellte junge Frau hat ein Umdenken des allgemeinen Konsumverhaltens beobachtet; denn Qualität und persönlicher Service werde wieder vermehrt gewünscht, was ihrem fröhlichen, offenen Wesen entgegen kommt. Sie freut sich auf individuelle Beratungen und persönliche Gespräche. Und wenn der Kunde wiederkommt und bestätigt, dass er das vorgeschlagene Buch fast verschlungen hat, dann freut sich Angela Inauen besonders. Die Leser dürfen weiterhin auf das bewährte Angebot zählen; die junge Frau weist darauf hin, dass sie das Rad nicht neu erfinden müsse, die Buchhandlung sei für die Zukunft mit dem ausgewogenen Sortiment bestens ausgerichtet. Zudem könnten sie jedes Buch bestellen und es sei am nächsten Tag abholbereit. Auch wenn Angela Inauen voller Ideen steckt, wird es höchstens sanfte Veränderungen geben. Momentan arbeitet sie bereits 60 Prozent. Vom neuen Jahr an wird sie ihr Pensum erhöhen und Gisela Hessenstein wird
ihres langsam reduzieren. Der «Büecher-Chorb» darf noch weiterhin auf beide Buchhändlerinnen zählen – sie harmonieren.

GABI DOGGWEILER

Eine Familiensaga, die zu fesseln wuste

Der Autor Beat Hüppin las am Dienstagabend im Kleinkunstsaal im Gemeindezentrum aus seinen Romanen. «Talwasser» und «Asphalt» handeln von derselben Familie, die zweimal von Haus und Hof vertrieben wird. Die Hintergründe hat Hüppin akribisch recherchiert, seine Protagonisten sind fiktiv.

Aadorf – Die Buchhandlung «Büecher-Chorb» aus Aadorf organisierte einen äusserst interessanten Abend mit dem Autoren Beat Hüppin. Langsam füllte sich der Saal, es erschienen hauptsächlich Frauen im mittleren Alter. Beat Hüppin, Germanist, Altphilologe und Lateinlehrer, wuchs in Wangen auf und ist mit jener Gegend stark verwurzelt. Eine Stunde las er aus seinen Büchern. Die Familiensaga fesselte vom ersten Augenblick; gebannt lauschte das Publikum seiner ruhigen Stimme und der schnörkellosen Sprache - er schreibt klar und geradlinig. Kein Wort ist zu viel und keines zu wenig. Mundartausdrücke setzt er gekonnt ein und erweckt dadurch die Figuren erst recht zum Leben. Beide Bücher erzählen von derselben Familie, die im ersten Roman «Talwasser» verzweifelt gegen das Hochwasser kämpft und alles verliert und im zweiten Band «Asphalt» wegen eines Strassenbaus Haus und Hof aufgeben muss. Beide Bücher sind nicht nur dank der akribischen Recherche lebensnah, der Autor versteht es, die Protagonisten in der jeweiligen Zeit authentisch zu zeichnen.

Die Geschichte: Generationenkonflikte und ein Gesellschaftsbild

beat-hueppin-signiert-buecher«Asphalt», sein zweiter Roman, handelt vom Autobahnbau in der Linthebene in den 70er- Jahren. Beat Hüppin vermittelte den Besuchern zuerst einen Überblick, bevor er aus seinem zweiten Band die Familienmitglieder vorstellte. Die Generationen kamen in Dialogen zu Wort und zeigten die Konflikte untereinander schonungslos auf. Die Zuhörer tauchten in die damalige Zeit und konnten über die Protagonisten oft nur schmunzeln, denn die Situationen hätten in jedem Wohnzimmer stattfinden können. Da ist zum einen der Grossvater, der um jeden Preis um den Hof kämpfen will, dann die mittlere Generation, die bereits resigniert hat, weil die Jüngsten absolut kein Interesse an der Übernahme des Hofes zeigen. Warum sollte man da überhaupt noch kämpfen? Die klare Rollenteilung der damaligen Zeit fällt genauso auf, wie das Aufbäumen der Jugend. Anhand der Dobler-Kinder malt Hüppin ein buntes Gesellschaftsbild. Die Tochter will plötzlich Vegetarierin werden, was den Vater fast zur Weissglut treibt. «Bist du denn verrückt geworden?», schreit er. Genauso echauffiert er sich über die Rockmusik, die sein Sohn in voller Lautstärke hört: «Diese Halbaffen singen wie eine Sau, die abgestochen wird. Der Grüsel, es hat nicht mal zu einem ganzen Hemd gereicht!» Und die andere Tochter schmilzt unter den Songs von ABBA dahin und wird für eine unerhörte Eskalation sorgen; welche, verrät der Autor nicht, der Leser darf dies selber erfahren. Den Inhalt untermalte Beat Hüppin laufend mit Bildern und schaffte so den Bezug zu seinen ausführlichen Recherchen.

Aber auch aus dem ersten Buch las er einige eindrückliche Episoden. Betroffen nimmt man zur Kenntnis, dass die damalige Bevölkerung, die meist ungebildet war, von den Behörden äusserst schäbig behandelt wurde. In der anschliessenden Fragestunde entwickelte sich eine Diskussion, ob das heute auch noch passieren könnte. Einige Besucherinnen erzählten spontan aus ihrer eigenen Familiengeschichte, sie hatten zum Teil ähnliches erlebt.

Über meine Frage, ob es noch einen dritten Band geben werde, schmunzelte er: «Nein, einen dritten Band wird es nicht geben. Aber in etwa einem Jahr wird ein weiteres historisches Buch - aber aus einer völlig anderen Ecke der Schweiz – erscheinen». Mehr wollte Beat Hüppin nicht verraten. Lassen wir uns überraschen!

GABI DOGGWEILER

Lesen - eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen

Aadorf — Um fliegende Mäuse, starke Frauen und nicht Alltägliches ging es am letzten Dienstagabend in der vollbesetzten Aadorfer Buchhandlung «Büecher-Chorb». Die Bibliothekarin und Buchrezensentin Brigitta Gerig-Wildermuth stellte neben Neuheiten aus dem aktuellen Buchmarkt auch andere empfehlenswerte Bücher zum Verschenken oder Selberlesen vor. Bilderbücher seien nicht nur den Kindern vorbehalten, meinte sie schmunzelnd. Humorvoll und mitreissend erzählte die Aadorf­erin kurze spannende Episoden aus «Lindbergh — Die Geschichte einer fliegenden Maus» sowie dem jungen Stier «Alois» von Max Bolliger. Als eigenes Lieblingsbuch bezeichnete Gerig «Die Flucht» von Francesca Sanna. Von den starken Frauen (Spiel, Nora Blume von Claudia Quadri) ging es zu internetsüchtigen Männern (Lügen Sie, ich werde Ihnen glauben von Bondoux) sowie zu aktuellen Biografien (Bruno Stefanini). Als seelenerwärmendes Wohlfühlbuch betitelte Brigitta Gerig «Zum Bei­spiel Zanderfilet von Robert Stalder». Spannend, mitreissend und äusserst lebendig stellte sie insgesamt 26 Bücher vor. Und sollte sich tatsächlich ein Lesemuffel in die Buchhandlung verirrt haben, ist aus ihm spätestens nach diesem Abend ein angefressener Bücherwurm geworden. Mit viel Liebe und Sachkenntnis wird in der Buchhandlung «Büecher-Chorb» an der Hauptstrasse 4, das Buch als wertvolles Kulturgut gepflegt. Jedes nicht vorrätige Buch kann durch Geschäftsführerin Gisela Hassenstein innert kürzester Frist beschafft werden (info@buecher-chorb.ch). Beim anschliessenden Apéro liess es sich wunderbar weiterplaudern. Christina Avanzini ■

Peter Küpfer war Mittelschullehrer für Deutsch und Französisch, heute schreibt er für Zeitungen und macht Vorträge. Er ist ein grosser Kenner der Literatur, ein hervorragender Rezitator, und, wie könnte es anders sein, selber ein humorvoller Mensch.

Das Thema Humor und Literatur stiess auf grosses Interesse, bis auf den letzten Platz war unser Buchladen besucht. Der Abend begann mit einem Witz und der Frage an das Publikum, was einem eigentlich zum Lachen bringe.

Anhand des Kinderliedes „Es wollt ein steinalt Jümpferlein“ erklärte er, wie eine vermeintlich unlösbare Situation durch einen spontanen und unerwarteten Einfall ins Positive gewendet werden kann und alle zum Lachen bringt.

Von Flint und Cavalli zu Meyer und Palushi

Sowohl der neblig, kalte Novemberabend, wie auch der Rotfarbkeller in Aadorf passten hervorragend zur Lesung mit der Krimiautorin Petra Ivanov.

Text und Bild: Ruth Bossert

Aadorf — «Das 11-jährige Mädchen merkt nicht, dass ihm der Träger des kurzen Shirts von der Schulter rutscht. Auch nicht, dass sich der fremde Mann beim Aussteigen hinter sie reiht und beim ersten Donnerschlag denkt es nur an seine pinkfarbenen Ballerinas mit der Schleife, die im Regen nass werden und kaputt gehen — auch die Schritte des Mannes hinter ihr hört Fanny nicht.» Die knapp vierzig Zuhörer, die an diesem nebelig, kalten Novemberabend der Einladung der Buchhandlung «Büecherchorb» folgten, lauschen gespannt was ihnen die Krimiautorin Petra Ivanov vorliest. Im spärlich beleuchteten Gewölbekeller ist es mäuschenstill, die zierliche Autorin liest mit klarer Stimme, wenn sie die Blätter auf den Tisch legt und ihre Stimme sich senkt, ist man fast ein bisschen ärgerlich, nur zu gern hätte man mehr gewusst, über Fanny, den Mann, Milena Herzog, die Ex-Polizistin Jasmin Meyer und Staatsanwalt Pal Palushi.

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