Bernd Ahrbeck: «Kinder brauchen Erziehung». Die vergessene pädagogische Verantwortung, Kohlhammer 2004, ISBN 978-3-17-017973-8, SBZ-Nr. 1205835

Erziehungsschwierigkeiten, Verhaltensstörungen und psychosoziale Beeinträchtigungen sind bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Sie resultieren wesentlich aus einer tiefen Verunsicherung der Erwachsenengeneration, die sich in Erziehungsfragen reserviert verhält und Erziehungsaufgaben nur ungern wahrnimmt.

Die Gründe für die offenen und versteckten Formen dieser Erziehungsvermeidung werden im einzelnen analysiert. Sie liegen zum einen in der rückwärts gewandten Sorge, Begrenzungen und Einschränkungen des kindlichen Willens könnten zur alten autoritären Erziehung zurückführen. Noch wichtiger ist inzwischen jedoch, dass sich das gängige Leitbild kindlicher Entwicklung grundlegend gewandelt hat. Kinder und Jugendliche gelten demnach als Konstrukteure ihres Selbst, als kompetente Gestalter ihrer Entwicklung oder als Experten ihres Lebens, die gut für sich selbst sorgen können. Zahlreiche wissenschaftliche Neuerungen aus unterschiedlichen Disziplinen stärken diese Sichtweise. Sie tragen dadurch entscheidend zu einer Schwächung des Erziehungsgedankens bei. Sträflich übersehen wird nämlich, wie sehr Kinder und Jugendliche auf andere angewiesen sind. Und auch, dass sie der Erziehung bedürfen, wenn sie sich gut entwickeln sollen. Erziehung setzt die Anerkennung generationaler Differenzen voraus. Kinder brauchen, bei aller Selbsttätigkeit, auch Erwachsene, die ihn den Weg ins Leben weisen. Erst durch Erziehung können sie ihre Potenziale entfalten und Entwicklungsziele erreichen, die ihnen ansonsten verschlossen bleiben.

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